Fragen und Antworten
Obwohl viele Leser wahrscheinlich bestens vertraut in dem Zusammenleben mit Tibet Terriers sind, möchte ich die Gelegenheit nutzen und einige der essentiellen Fragen klären, die mir im Laufe meiner gemeinsamem Zeit mit den Tieren gestellt wurden.
Als Wachhund geeignet?
Ja, und zwar ein ausnehmend gut! Die Tibeter können mit Fug und Recht als "Petzen" beschrieben werden, da sie nicht nur ständig wachsam sind, sondern auch eine sehr lockere Zunge haben, falls irgendwas nicht so läuft wie sonst. Selbst aktiv werden, ist dabei jedoch nicht drin. Der Terrier beschränkt seine Bemühungen darauf, größere Lebewesen herbei zu bellen, und dann kräftig zu motivieren, in dem er solange weiterkläfft bis das Ungewohnte beseitigt ist. Wenn man seinen Hund gut kennt, dann kann man sogar aus der Tonlage heraushören, ob etwas sehr schlimm, oder einfach nur unnormal ist. Kommt zum Beispiel die eigene Mutter nach Monaten mal wieder ins traute Heim, so würde der Terrier seinem Herrchen klar machen, dass er die eintreffende Person zwar kennt, dass mit dieser aber üblicherweise nicht zu rechnen war.
Grunsätzliche Tipps?
Absolut oberstes Gebot bei allen Tibet Terriers ist unbedingte Liebe. Das einzige was für jeden Terrier wichtig ist, ist die emotionale Aufgehobenheit in Lebensgemeinschaften. Er muss mindestens eine Bezugsperson haben, die immer für ihn da ist, und für die er immer da sein kann. Am ehesten können Sie Ihrem Hund diese Nähe durch das gemeinsame Spielen beweisen. Ich persönlich benutze dafür immer günstige Damenschuhe, da der Schaden nicht zu groß wird, und besonders das gemeinsame Zerren für viele Hunde mit zu den geselligsten Momenten gehört, die sie je erleben werden. Einsamkeit ist demnach zum Beispiel eines der absoluten NoGo's während der Haltung. Genauso wie Gewalt. Der Terrier ist zu klein, um sich wehren zu können, weswegen Kinder in ihrem eigen Spieltrieb häufig vergessen können, dass auch Hunde sehr (!) empfindsame Tiere sind. Ein geschlagener Terrier kann sein ganzes Leben brauchen um den emotionalen Schaden zu überwinden, der ihm zugeführt wurde, weswegen Sie unbedingte Achtsamkeit an den Tag legen sollten, wie jemand anderes mit ihrem Hund umgeht.
Gewohnheiten?
Außerdem haben Terrier die Angewohnheit ständig Laubwerk, Äste und Anderes in das eigene Domizil zu tragen. Sie tun dies jedoch nicht aus Blödheit, sondern um es sowohl ihrem Herrchen/Frauchen, als auch deren Lebensgemeinschaften so gemütlich wie möglich zu machen. Wer also seinen Hund dafür ausschimft, dass er ihm ein paar gefundene Schuhe vorlegt, stellt den Hund vor ein unlösbares Rätsel. Das wäre so, als würden Sie Ihrem Lebenspartner ein unglaublich lieb gemeintes Geschenk machen wollen und sich derjenige dann darüber aufregen würde.
Die Konsequenz daraus kann natürlich nicht sein, dass sie die Sachen, die Ihr Hund mitbringt, in Zukunft einfach rumliegen lassen. Sie sollten nur darauf achten, dass sie das Zeug immer nur dann wegräumen, wenn ihr Terrier gerade nicht zuschaut. So verletzen sie zum einen nicht seine Gefühle, und anderseits haben sie dann auch mehr Ruhe dabei. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die Sachen an einen bestimmten Ort zu bringen, an dem sie Sie nicht stören. Ihr Terrier würde sich den Ort genau merken und in Zukunft billige Schuhe nicht mehr mitten ins Esszimmer stellen, sondern dorthin, wo er weiß, dass es auch geschätzt wird.
Zum Schluss noch ein wenig Motivation: Wenn sie mit Ihrem Hund gut umgehen, wenn sie seine Gefühle beachten, als wären es die eines sehr sehr sensiblen Menschen, dann wird Ihr Terrier sie mit soviel Liebe überhäufen, wie es sonst nur die eigenen Kinder können. Und wann immer Sie mal in Not sein sollten, können Sie sich absolut gewiss sein, dass Ihr Hund so lange bei Ihnen bleiben wird, bis die Situation überstanden ist.