Der Tibet Terrier - Mythos und Passion
Der Tibet Terrier stammt, wie der Name schon sagt, aus Tibet. Allerdingt ist der Name Tibet Terrier irreführend, denn er ist ein Hütehund und beileibe kein Terrier. In Tibet heißt er Tibet-Apso oder Doki-Apso. Seine Aufgabe war es von alters her, in Höhen von ca. 4.500 m Viehherden zu bewachen. Durch das Leben unter solchen rauen Bedingungen entwickelte er ein sehr üppiges, doppeltes Haarkleid, d.h. ein kurzes Unterfell und darüber ein sehr langes Deckhaar.
Die Ursprünge dieser Rasse sind weitestgehend unbekannt und wurden nie sicher geklärt. Die Geschichten erzählen von heiligen Tempelhunden in den tibetischen Klöstern, aber auch von gewöhnlichen Hofhunden. Viele Mythen ranken sich um die ursprüngliche Herkunft des Tibet Terriers.
Rassestandards geben bestimmte Richtlinien vor, die bei der Zucht des Tibet Terriers erfüllt werden müssen. Die Fellfarbe darf variieren von weiß, creme, gold, grau, rauchfarben bis hin zu schwarz, wobei schwarz-weiße und dreifarbige Tibet Terrier die gesetzten Rassestandards ebenfalls erfüllen. Die Ohren sind V-förmig und liegen seitlich dicht am Schädel an. Die Rute trägt er eingerollt über dem Rücken. Eine ganz besondere und bei keiner anderen Hunderasse vorkommende Eigenschaft, sind die sehr breiten und flachen Pfoten, die den Tibet Terriern eine optimale Fortbewegung im Schnee ihrer hochgelegenen Heimat ermöglichten.
Der "moderne" Tibet Terrier ist zwischenzeitlich ein fröhlicher, intelligenter und lernfreudiger Familienhund geworden. Er ist verspielt, anhänglich und kinderlieb. Fremden gegenüber ist er glücklicherweise meistens etwas zurückhaltend. Niemals jedoch ist er aggressiv.
Und nun kommt so ein kleiner, unbeschreiblich süßer Tibet Terrier-Welpe in die Familie. Wie schon gesagt, fröhlich, intelligent und lernfreudig. Er beginnt schon bald, seine neue Welt zu erkunden und findet alles interessant, was seine Menschen für ihn rumliegen lassen. Schuhe für Sie und Ihn wecken seinen Entdeckerdrang und werden gnadenlos zerfleddert. Findet er Kleider, die in seiner Reichweite sind, wird er auch hier seine Knabberspiele spielen. Das alles macht er so charmant und hingebungsvoll, dass es sehr schwerfällt, ihm zu zürnen. Damit er sich nicht zu einer verwöhnten Nervensäge entwickelt, ist es angeraten, mit dem aufgeweckten Welpen eine Welpenschule zu besuchen. Die Erfahrungen, die der kleine Welpe hier spielerisch machen wird, werden für seine zukünftige Entwicklung von großem Wert sein. Spielen ist Lernen und Lernen wird er gerne und er wird aufmerksam bei der Sache sein.
Bevor er in das Abenteuer Welpenschule startet, sollen natürlich alle für den Welpen notwendigen Impfungen durchgeführt werden. Und als Junghund dann auch noch Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, ansteckende Leberentzündung - Hepatitis (HCC) und Tollwut. Die über viele Jahre hinweg gängige Praxis, den Hund jährlich gegen alle Infektionkrankheiten, Zwingerhusten und Borreliose zu impfen, hat sich glücklicherweise überholt. Denn jährliche Grundimmunisierungen und noch jeweils eine 5-fach Impfung, gerechnet auf ein Lebensalter von nur 14 Jahren, das ist einfach zu viel für einen Hund. Man muss bedenken, dass das Immunsystem eines Hundes ja nicht schlechter ist, als das eines Menschen. Und niemand von uns käme auf die Idee, sich jedes Jahr gegen Mumps, Masern, Windpocken oder Keuchhusten impfen zu lassen. Beim Menschen und auch beim Hund kann das schwere Impfschäden auslösen. Studien in den USA zeigten schon vor Jahren, dass ein wirksamer Impfschutz auch bei grösseren Impfintervallen besteht. Voraussetzung ist, dass beim Welpen und beim Junghund eine korrekte Grundimmunisierung durchgeführt wurde. Impfungen bieten demnach bei Staupe (S)/ Hepatitis (HCC)/ Parvovirose (P) Schutz bis zu 7 Jahre und bei Tollwut mindestens 3 Jahre. Vernünftige Tierärzte werden diese Fakten bestätigen.
Vorbeugend kann ein Hundehalter schon selbst eine Menge für die Gesundheit seines Hundes tun. Aufmerksames Beobachten des Fressverhaltens und beim Spazierengehen und wöchentliche Körperkontrolle von Kopf bis Pfote, bringt nicht nur gegenseitiges Vertrauen sondern auch Sicherheit, dass bei dem geliebten Tier alles in Ordnung ist. Eine regelmäßige Haarpflege muss sein, damit das lange Fell nicht verfilzt und sich keine Flöhe und anderes Ungeziefer einnisten können. Dazu braucht man nur eine gute Hundehaarbürste, einen Stahlkamm mit breiten Zinken, einen Stahlkamm mit feinen Zinken und eine wirklich gute Haarschneideschere. Natürlich bietet der Handel unglaublich viele Utensilien an, die angeblich notwendig sind, für die Pflege eines Tibet Terriers. Aber eigentlich sind diese Utensilien einfach nur teuer, nicht aber wirklich notwendig.
Wenn man sich nun für einen quirligen Tibet Terrier entschieden hat, erkennt man schnell, das der kleine Kerl sehr viel Freude am Rennen und am Springen hat. Agility kann hier für die körperliche Auslastung des Hundes das sportliche Zauberwort sein. Es hält nicht nur den Hund sondern auch Herrchen oder Frauchen aktiv und gesund. Und es macht so unglaublich viel Spaß zu sehen, wie der Tibet Terrier über die Hürden fliegt und wie geschickt er sich anstellt, beim Überwinden der Agility-Geräte. Oder die Ziel-Objekt-Suche, kurz ZOS. Nur 10 Minuten dieser konzentrierten Premium-Nasenarbeit verlangt dem Hund so viel körperliche und geistige Aktivität und Anstrengung ab, wie ungefähr 1,5 Stunden Joggen dem Menschen.
Mit der Hinwendung zu diesem wunderschönen, intelligenten und sportlichen Tibet Terrier, mit seinem Temperament und seiner Zuneigung wird der Mythos Tibet Terrier zur Passion für ein ganzes Leben.